Das Vokabular der Gewinner (2)
Juni 23rd, 2008 by Frank Obels
Sich vom Leiden zur Stärke reden, das ist mit etwas Übung durchaus machbar.
Heute geht es um das Problem, dass wir so vieles ein Problem nennen
Man kann es sofort spüren, wie viel Energie dieses Wort raubt, beispielsweise, wenn wir einen Bekannten treffen, ihn freudestrahlend fragen, wie es ihm geht und er dann anfängt, von seinen Problemen zu berichten.
Das Wort Problem wirkt belastend und negativ.
Also streichen wir dieses Wort und reden uns auch hier zuverlässig zum Gewinner.
Problem
Dem Wort Problem fehlt auch eine dynamische Komponente, nämlich dass der Zustand ein Problem zu haben, sich ändern kann.
Gelegenheit, Erfahrung, Lernprozess …
Aaaaaahhhhh, da schwingt eine Entwicklungsmöglichkeit mit, die Erkenntnis, dass ein positives Resultat entstehen wird.
Wenn ich etwa gefragt werde, wie es mir geht – und ich ein Problem habe - dann ergreife ich gerade die Gelegenheit, eine neue Erfahrung zu machen.
Ja sicher, am Anfang ist eine solche Ausdrucksweise ungewohnt!
Probiert es aus!
Manchmal befinde ich mich auch im Lernprozess positiver zu denken oder im Lernprozess dankbar zu sein.
Als Computerfreak beschreibe ich am liebsten den jeweiligen Modus, in dem ich gerade bin:
im Trainer-Modus, im Mitgefühl-Modus, im internen Modus, im Lernmodus.
Ist einfach cool zu sagen: Ich befinde mich gerade im positiven Lernmodus!
Hört sich viel besser an als “Problem”.
Feel better!
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4 Kommentare zu diesem Beitrag!

Du kannst das Wort “Problem” auch dynamisch auffassen, in dem du es so schreibst: PRO-blem. Dann kannst du es damit verbinden, dass dessen Lösung gut für(=pro) dich sein wird, oder dass es dich auf eine innere Blockade aufmerksam macht. Dann ist es auch positiv. Das würde sich mit dem decken, was du als Antworten auf die Frage wie’s dir geht vorschlägst…
Genau! Sonst hieß es ja auch CONTRA-blem…und bevor wir alle total blemblem in der Birne werden, hier mein Beitrag:
Statt Problem verwende ich das Wort “Situation”.
“…die momentane Situation ist…”
Es gibt wenig Nervigeres als Leute, die ständig nur von Problemen reden und erzählen. Am Schlimmsten ist es, wenn Leute im Service arbeiten und noch von Problemen sprechen. Dann kommt die Ventura-Intensiv-Gehirnwäsche und ich sage meinen Teilnehmern immer: “Wenn der Kunde zu Euch kommt und eine Reklamation (vom lateinischen reclamare = zurückrufen) hat, dann hat dieser zunächst ein Problem, und der Kunde erwartet (zurecht) eine Lösung.
Sonst ist es ja so als ginge ich zum Arzt, ich weine vor Schmerzen und der weint aus Solidarität mit mir, weil er mein Problem teilt statt mir eine Lösung anzubieten…;-)
Ich glaub, der Andreas Ackermann hatte mal von NIPSILD gesprochen (oder geschrieben) also
Nicht
In
Problemen
Sondern
In
Lösungen
Denken
Liebe Grüße aus Libreville, Gabun (Afrika). Hier habe ich den Teilnehmern heute schon das Wort “Problem” ausgehämmert und mit Situation ersetzt, und das alles auf Französisch!! Also klappts doch…
Zum gestrigen Ausscheiden der Italiener beim Elfmeter-Schießen sag ich jetzt lieber nix, sonst gibt’s noch gastrointestinale Probleme
Fabrizio
Lieber Frank,
nach meiner Auffassung lassen sich Probleme leider nicht allein durch einen (zugegeben) besseren Ausdruck oder anderer Formulierung lösen.
Viele Menschen haben tatsächlich Probleme – und im besten Fall können sie positiv gelöst werden.
Für das Wort “Problem” habe wähle ich die Definiton frei nach Watzlawick: Problem = Schwierigkeit + unpassenden Lösungsweg.
Jetzt gilt es also nur noch den Lösungsweg und die Strategie positiv zu verändern und dann klappts auch mit der Lösung.
Übrigens: das erfolgreiche Lösen einer schwierigen Aufgabe bringt jede Menge persönliches Wachstum und Selbstvertrauen.
Sonnig sommerliche Grüße aus dem Isartal,
alles Liebe,
Gaba
Hallo,
ich befasse mich in einem anderen Zusammenhang (“Vater Staat kennt keine Muttersprache”) schon jahrelang mit dem Thema, dass Sprache Bewusstsein bildet. Zwischenzeitlich habe ich das auch auf andere als frauenspezifische Themen ausgedehnt und spreche deshalb nicht von “Problemen”, sondern von “Herausforderungen”. Das “Situation” zu nennen (von Fabrizio) gefällt mir auch gut.
Sonja M. Berndl