Für die Eltern im Alter sorgen – systemisch gesehen!
Mai 6th, 2009 by Frank Obels
Ich habe hier diese Frage schon einmal diskutiert.
Systemisch sehen manche Lebensthemen anders aus als aus der “Normalperspektive”.
Es geht also um die Frage, ob Kinder für ihre Eltern in Not und Alter da sein werden oder ob nicht.
Systemisch gesehen geben die Eltern und die Kinder nehmen.
Das jüngste Kind hat am meisten genommen (auch von den älteren Geschwistern) und hat daher häufig das Bedürfnis, sich um die Eltern zu kümmern, um einen Ausgleich zu schaffen.
Doch die Zeiten der Großfamilie sind vorbei. Was also tun, um einem Klienten, den die Eltern nur loslassen wollen, wenn er sich zur späteren “Pflege” verpflichtet, diesbezüglich Entlastung zu bringen.
Manchmal reicht es, wenn das Kind zu Mutter und Vater sagt:
Wenn Du mich brauchst, werde ich für Dich sorgen, wie es richtig ist!
Somit wird vermieden, dass selbst erwachsene Kinder häufig im Angesicht ihrer Eltern wieder auf die Kindebene zurückgehen. Mit diesem Satz ist geklärt, was es zwischen Gleichen zu klären gibt:
es wird getan, was richtig ist.
Was das “Richtige” dann ist, hängt von der Lebenssituation ab. Es dreht sich also nicht darum, was Eltern verlangen, sondern was für das konkrete Leben des “Kindes” richtig ist.
Eine solche “Lösung” bringt beiden Seiten Erleichterung und Klärung.
Und es braucht nicht einmal bindende Versprechen, Schwüre, etc.
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3 Kommentare zu diesem Beitrag!

Hallo Frank,
ich zähle mich eher zu den Familien-Menschen.
Zum heutigen Zeitpunkt habe ich noch meine Eltern und auch die Schwiegereltern. In Summe 338 Lebensjahre.
Zu allen gibt es ein liebevolles Verhältnis und wenn erforderlich auch Hilfe, wie bei den heftigen Operationen im vergangenen Jahr.
Ich lebe ca. 250 km von den „unter 90gern“ getrennt. Vor 10 Jahren hätte ich bestimmt an manchen Tagen auch ein schlechtes Gewissen gehabt. Heute ist es Dank meiner Arbeit an mir selber ganz anderes. Ich genieße jedes Gespräch und jeden Besuch bei ihnen. Doch wenn der Zeitpunkt käme für eine dauerhafte Pflege, werde ich das was mir möglich ist und auch für alle beteiligten optimal ist tun.
Doch eines weiß ich gewiss, Gewissenbisse werde ich keine haben. Dankbarkeit und Anerkennung gibt es schon seit Jahren.
Das Leben ist nach meiner Meinung nach vorne ausgerichtet. Das Leben ist auf Gesundheit ausgelegt. Krankheit ist ein Zeichen dafür, nicht konsequent sich selbst zu sein. Dieser Lernaufgabe können sich auch die Eltern nicht entziehen.
Umso wichtiger für die Kinder, dies zu erkennen und es besser zu machen.
Jeder findet hier zu einem andern Weg. Seinem Weg. Das ist gut so.
Das einzige was Stress erzeugt, ist das schlechte Gewissen. Das gilt es zu bearbeiten. Auch hier ist jeder für sich selbst gefordert.
Danke für Deine hilfreiche Anregung. Und schon bin ich auf der Suche nach einem besseren und passenden Wort, denn ich finde das Wort “sorgen” furchtbar, sorry! Es bedeutet mehr Druck oder Last als sonst, zumindest für mich…
Na dann, feel-better
Liebe Grüße. Mana.
An Norbert: Vielen Dank für den Beitrag & Gratulation zur intakten Familien-Gemeinschaft!
An Frank:
“Doch die Zeiten der Großfamilie sind vorbei.”
Und die Zeiten kommen wieder! Großfamilien gibt es auch heute noch & ich bin sicher, dass es sie in Zukunft auch wieder vermehrt geben wird – die (Klein-)gemeinschaft ist das natürliche Prinzip.
Was man unter “Großfamilie” so verstehen kann und einiges mehr – hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffamilie
Und wieviel Eltern-Power es so gibt – hier:
http://www.youtube.com/watch?v=fTmM-KdEV4I
Schönen Gruss