Wenn sich das Ego wehrt
November 19th, 2009 by Frank Obels
Wer schon einmal ernsthaft damit begonnen hat, bei sich selbst, mental oder spirituell, Veränderungen vorzunehmen, der kennt die Phasen eines solchen Vorgehens.
Die Begeisterungsphase
Schon während oder nach einem Seminar oder zu Beginn des Veränderungsprozesses ist man begeistert, da läuft es einfach, da läuft man sogar über glühende Kohlen. Es stellen sich kleine Erfolge und Veränderungen ein – alles easy!
Die “der Eisberg reagiert”-Phase
Plötzlich läuft es nicht mehr so glatt, man fühlt sich schlechter, vielleicht wird man sogar leicht depressiv. Da ist wieder diese Stimme, die so vertraut “säuselt”: Lass es, das wird nichts, ich bin Dein Zweifler, ich kenne mich aus, lass’ jetzt diese Idee mit der Veränderung.
Häufig sind die Erfolge der Begeisterungsphase wie weggefegt und lassen sich nun auch nicht mehr ohne weiteres reproduzieren. Frust breitet sich aus, man ist innerlich geneigt, dem Zweifler zu glauben.
Das Ego wehrt sich
Das Ego ist die Illusion dessen, wer oder was wir glauben zu sein. Das Ego ist ein Teil unseres Selbstbildes und weil es Teil des Unterbewusstseins (Eisberg) ist, mag es keine Veränderungen. Denn Veränderungen bringen möglicherweise Situationen, die der Eisberg nicht kennt und somit verliert er an Kontrolle.
Es dauert natürlich einen Moment, bis der grosse Eisberg in Fahrt kommt und den einsetzenden Veränderungen der Begeisterungsphase sich entgegensetzen kann. Wenn es aber soweit ist und der Eisberg Fahrt aufgenommen hat, dann spürt man das “Gewicht” deutlich.
Dem Eisberg gut zureden?
Viele Trainer und ihre Methoden wollen nun einen netten Dialog mit dem Eisberg beginnen! Macht das ruhig, es hilft nur nichts.
Was definitiv hilft, ist einfach weiter zu machen. Der grosse Vorteil des Eisbergs ist ja, dass er kein eigenes Bewusstsein hat, also kein richtig oder falsch kennt, sondern nur einfache Programme ausführt.
Indem man sein Mentaltraining, seine Klopfübungen, die geführten Meditationen einfach weitermacht, wird man schliesslich Herr über den Eisberg.
Wer ist der Boss in Deinem Leben?
Es gilt weiterzumachen, auch wenn das Gefühl vorhanden ist, es brächte nichts. Wer schon einmal zu sportlichen Hochleistungen gekommen ist, der weiss: es macht nur das regelmässige Üben.
Deshalb heisst Mentaltraining ja übrigens “Training”.
Ich nenne diese Phase auch die “Zeig wer der Boss ist”-Phase.
Es gibt Methoden, um den Eisberg an die Veränderung erst zu gewöhnen und dann sogar zum Unterstützer zu machen. Das braucht “a bissle” – ist aber machbar.
Mach einfach weiter!
Wenn Du also mal das Gefühl hast, dass Du nicht weiter kommst im Leben, dann mach einfach Deine Übungen, jeden Tag, immer weiter.
Irgendwann spürst Du den grossen Ruck und Du merkst, dass Du einen grossen Schritt vorwärts gekommen bist. Dann hat Dein Eisberg ein Thema akzeptiert.
Merke:
der Eisberg ist ein Teil von Dir – er ist nicht Dein Feind, er versucht, auf seine Art, Dich vor Schaden zu bewahren. Bring diesem Teil einfach mit Liebe und Geduld bei, dass Deine angestrebten Veränderungen zu Deinem Wohl sind.
Die geistige Welt kann helfen
Du kannst jeder Zeit die geistige Welt dazu holen. Es ist ganz egal, ob Du daran glaubst oder nicht. Probier es doch mal aus! Nimm einfach, was Dir am meisten liegen könnte: Engel, Krafttiere, Geistführer, Lichtwesen, Schutzengel, … – und fang an, ihnen zu sagen, wo Du Unterstützung gebrauchen könntest.
Aus irdischer Sicht hat die geistige Welt einen “Nachteil”. Die unterstützen Dich nicht automatisch, sondern folgen einer Regel, die besagt, dass sie nur aktiv werden, wenn Du sie darum bittest.
Okay, dann tu es!
Das Ego stirbt nicht, es ändert sich
Da das Ego die Illusion Deines Ichs ist, sagen manche spirituellen Lehrer, dass Du diese Illusion vollständig auflösen musst, um wahre Freiheit und Erleuchtung zu erlangen.
So etwas würde ich als Ego aber gar nicht mögen, denn es bedeutet den Tod des Egos. Und dann ist klar, dass es sich wehrt.
Die gute Nachricht lautet: es stirbt nicht!
Du schaffst einfach eine ständig grösser werdende Kongruenz zwischen Deinem Ego und Deinem wahren Ich.
Dein Ego verändert sich!
Geh Deinen Weg
Egal, wohin er Dich führt, geh einfach Deinen Weg!
Wenn Du mal hinfällst, dann steh wieder auf.
Du bist so viel besser, so viel stärker und so viel mutiger als Du es glaubst.
Du schaffst das!
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5 Kommentare to “Wenn sich das Ego wehrt”

Lieber Frank,
vielen Dank für diesen schönen Anstoss zum Nachdenken.
Deine Veröffentlichung habe ich mehrmals gelesen und mir auf der Zunge zergehen lassen.
Meine eigenen Wahrnehmungen stimmen in vielen Punkten mit dem überein, was Du siehst und beschreibst.
Das Wissen allein, bringt nur in wenigen Ausnahmen den gewünschten Fortschritt und Veränderung. Worauf es ankommt ist das “Tun”.
Ich empfehle meinen Trainingsteilnehmern immer wieder, das tägliche Training (vergleichbar mit dem Zähne putzen) in den Alltag zu integrieren.
Nach meiner Ansicht ist tägliche mentale Hygiene mindestens ebenso wichtig wie die körperliche Pflege und sollte den selben Stellenwert erhalten.
Sonnige Grüße aus dem jetzt schon finsteren Isartal,
besser und besser,
Gaba
Hi Gaba,
schön von Dir wieder einmal zu lesen.
Ja, die mentale Hygiene, da stimme ich ja total mit Dir überein.
Liebe Grüsse aus Freiburg
Frank
Yo Frankie, ein sehr interessanter Beitrag.
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Aus irdischer Sicht hat die geistige Welt einen “Nachteilâ€. Die unterstützen Dich nicht automatisch, sondern folgen einer Regel, die besagt, dass sie nur aktiv werden, wenn Du sie darum bittest.
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Mich interessiert’s, woher du das hast?
Weil, die Schutzengel, wären dann die Ausnahme oder?
Hallo Frank,
ja, wir bleiben oft lieber im dem Trott den kennen und jammern, als dass wir unser Leben es selbst gestalten.
Im Grunde gestalten wir es so wieso selbst, wenn wir es den alten Mustern überlassen.
Auch das ist Lebensgestaltung.
Um es selber zu erfahren braucht man halt die Selbsterfahrung,
egal wie lange oder worüber wir diskutieren und zweifeln.
Gruß
Norbert
Hi Frank
Ja, das sehe ich ringsherum, manchmal auch bei mir
.
Jedes Mal, wenn es uns schlecht geht, dann sind wir gewillt, an uns zu arbeiten. Sobald es uns wieder gut geht, brauchen wir dies dann ja nicht mehr zu tun.
Das ist ja etwa dasselbe, wie wenn man einer Pflanze, die ihre erste Knospe bekommen hat, kein Wasser mehr gibt.
Viele wissen nicht oder können es sich nicht vorstellen, wie es wäre, wenn sie das “Training” täglich fortsetzen würden. Vielleicht haben sie ja auch nur Angst vor zu viel Power!
Liebe Grüsse
Joe