Der Unterschied zwischen Scham und Schuld
November 5th, 2006 by Frank Obels
Ich erlebe in meinen Einzel-Intensiv-Coachings immer wieder diese beiden Themen: Scham und Schuld.
Während wir das Wort Schuld in unseren täglichen Sprachgebrauch fest integriert haben, ist dies bei dem Wort Scham nicht der Fall.
Was ist der Unterschied zwischen den beiden?
Mit dem Wort Schuld umschreiben wir, dass etwas, was ich getan habe, nicht in Ordnung ist.
Durch das Wort Scham kommt zum Ausdruck, dass mit mir etwas nicht in Ordnung ist.
Wenn ich also unter massiven Schuldgefühlen leide, dann weil ich meine, einen Fehler gemacht zu haben. Wenn ich Scham empfinde, dann weil ich meine, dass ich selbst ein Fehler bin.
Ein Schuldgefühl basiert darauf, dass ich etwas getan habe, was nicht gut war.
Scham sagt, dass ich selbst nicht gut bin.
Scham geht also viel weiter in der Ablehnung des eigenen Ichs, es ist die totale Ablehnung meiner selbst!
Diese Ablehnung geschieht aus dem Unterbewusstsein heraus und bereitet so permanente Schmerzen.
Schlimm für die eigene Seele!
Der Autor John Bradshaw hat in seinem Buch “Mut zur Selbstverantwortung” sehr ausführlich über das Thema Scham und seine Ursachen geschrieben.
Wenn ihr Betroffene kennt oder selbst betroffen seid, dann kann ich das Buch sehr empfehlen. Es ist nicht nur ein Augenöffner, es ist auch ein echtes Motivationshäppchen.
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2 Kommentare to “Der Unterschied zwischen Scham und Schuld”

Hmmmmm,
Scham ist nicht gleich Scham.
für mich gibt es (u.a.) zwei große Bereiche zu unterscheiden:
1.) Ich schäme mich weil es eine Schutzfunktion ist. Ich schütze meinen Intimbereich vor Verletzungen indem ich dazu Details nicht preisgebe. Die Scham schütz mich dafür einfach über Intimes zu reden. Ein sehr natürliches Gefühl. Ein sehr nützliches Gefühl. Trotzdem gut darüber Bescheid zu wissen bzw. zu reflektieren.
2.) Ich schäme mich auch weil ich beschämt wurde. Ich habe Fehler gemacht und wurde ausgelacht. Ich habe etwas riskiert und bin (öffentlich) gescheitert. Ich wurde gebraucht (vielleicht mißbraucht) und soll die Intimsphäre des (Ge-/Ver-)Brauchers schützen. Das ist überhaupt kein nützliches Gefühl. Weil es mir weh tut. Weil es mir verantwortung auflastet, die nicht die meine ist. Umso besser darüber BEscheid zu wissen und dies zu refektieren.
Ein Buch, das ich dazu sehr empfehlen kann ist vom Verlag Affenkönig: Baer, Frick-Baer – Vom Schämen und Beschämtwerden (Bibliothek der Gefühle, Band 1), siehe: http://www.affenkoenig.de/shop/frmst_detail.php?a=3&g=2
LG
[;-] Nati
Schöner Kommentar. Ich werde das Buch lesen – danke Renate