Wie fühlt Ihr Euch beim Schreiben über Euch selbst?
August 24th, 2007 by Frank Obels
Gebe gerade ein Seminar und wir sind beim Thema Power-Texten angekommen.
Oh je – da kommt aber ein gehöriges Unwohlsein auf, wenn man über sich selbst schreiben soll!
Wie ginge es Euch dabei?
Könntet Ihr bei völligem Wohlgefühl über Euch auf schriftlichem Wege etwas zum Besten geben, das danach auch veröffentlicht werden kann.
Hat jemand eine Ahnung, warum sich viele Menschen beim Schreiben über sich selbst schlecht fühlen?
Sodele, muss ins Seminar
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13 Kommentare zu diesem Beitrag!
Mein Name ist 





Na klar.
Von Kindesbeinen an haben wir gelernt:
“Eigenlob stinkt”
Doch das war ein Programierfeheler. Richtig ist:
“Eigenlob STIMMT”
Also, Programm ändern!
Okay, Dein Spruch ist gut!
Wie ändern, das könnte eine interessante Frage sein, oder?
Wie hast Du das geändert?
Hi nimue,
ja, das kenne ich auch.
Manchmal schreibe ich mich “froh” (hört sich blöd an).
Bloggen gehört bei mir manchmal auch in diese Kategorie.
bei mir ist es genau umgekerht… wenn ich mich schlecht fühle, muß ich schreiben. das niederschreiben meiner gefühle hilft mir beim “verdauen” und verarbeiten. abgespeichert und schon geht es mir besser
ich denke, dieses unbehagen bei den meisten hat mit der selbstreflektion zu tun. wer mag sich schon gern ins gesicht schauen und vor allem: die eigenen schattenseiten wahrnehmen? mensch hat gut zu sein, vermeintlich negative eigenschaften sind verpönt. dabei gehöre die genauso zu uns wie unsere positiven eigenschaften. licht kann nicht ohne schatten existieren. und unsere schattenseiten können wir auch positiv nutzen.
[...] Frank stellt die Frage, weshalb es einigen Menschen so schwer fällt, über sich selbst zu schreiben und möchte gerne dazu ein paar Feedbacks: Hat jemand eine Ahnung, warum sich viele Menschen beim Schreiben über sich selbst schlecht fühlen? [...]
[...] Frank fragt, warum sich viele Menschen beim Schreiben über sich selbst schlecht fühlen? [...]
Hallo Frank,
ich denke, zum einen gehört eine Portion Mut dazu, sich nach außen darzustellen und dann schwingt bei den meisten Menschen (oder bei allen?) mit: wie komme ich bei den Anderen an? Was denken sie von mir? Also hat es vermutlich was mit Selbstwertgefühl und Selbstbewußtsein zu tun. Wenn etwas von mir veröffentlicht wird, dann zieht es die Aufmerksamkeit auf mich und das muß man aushalten können (vor allem auch die Möglichkeit, daß es Kritik gibt). Und dann ist es auch noch eine Frage des “Trainings”. Ich meine, je öfter ich mich solchen Situationen stelle und mich darstelle, Dinge von mir nach außen bringe, desto einfacher wirds.
Einen Tag voller Wohlerleben
Nora
Hi Nora,
ja, es gehört viel Mut dazu.
Ich sehe das Thema aus einer ganz speziellen Sicht: viele Menschen kommen, um sich eine Homepage von meiner Firma erstellen zu lassen.
Im Rahmen der dazugehörigen Seminartage mache ich mit den Kunden den “Marketingteil”.
Seltsam ist: viele Menschen wollen eine Homepage (damit sind sie sichtbar), aber ja nichts über sich selbst erzählen.
Danke für Deinen Kommentar und ein schönes Wochenende.
Frank
[...] Ich habe gefragt, Roman hat das Thema aufgegriffen und auch Norbert: was ist los mit dem Schreiben über uns! [...]
Hi nimue,
ja Bloggen ist ein prima Einstieg ins Schreiben. Denn da kann man, ganz nach der persönlichen Situation, so viel von sich geben (und schreiben), wie man möchte.
Ein schöner, im individuellen Tempo stattfindender, Entwicklungsprozess
@ frank:
genau aus diesem grund habe ich einen blog. früher waren es tagebücher (ich habe mit 12 angefangen) und nun ist es online. hin und wieder kommt es zur interaktion, und dann kommen noch andere sichtweisen hinzu. viel besser als meine kleinen brokat-chinakladden. und tipptechnisch bin ich viel schneller
Als ich vor zwei Jahren mit dem Bloggen anfingt war eigentlich die Hauptmotivation mal einfach so drauf los zuschreiben, was in meiner Welt so vor kommt. Natürlich oft mit dem Versuch es zu pointieren oder unterhaltsam darzustellen, aber stets sehr persönlich und viel von MIR.
Angst vor Ablehnung habe ich jetzt nicht so sehr, obwohl ich das gut verstehen kann. Trotzdem denke ich, wer nicht will, muss ja nicht lesen. Sehr dezentes Medium, so ein Blog.
Allerdings habe ich Probleme, wenn sich Blog und Real Life vermischen. Die meisten meiner Blog-Kommentatoren kenne ich zwar im Real Life, aber ich entscheide es gerne selbst, ob ich jemand den ich kenne von meinem Blog weiß. Sicher hat man das ab einem bestimmten Punkt nicht mehr unter Kontrolle und das akzeptiere ich auch, trotzdem fühle ich mich dabei unwohl, weil im Blog eben viel von mir preisgebe.
Kritiker sagen “Tempel der Selbstdarstellung”, ich sage “Na und?”
im RL kennt niemand meinen blog. und wird auch niemand je davon erfahren… da schreibe ich nämlich die dinge rein, die ich meiner besten freundin nicht erzählen würde.