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Wie oft unterhalten wir uns mit einem anderen Menschen, ohne ihm wirklich zuzuhören? Wir sind mit unserer Aufmerksamkeit nicht bei unserem Gesprächspartner, sondern nur in unseren Gedanken, was wir als nächstes sagen wollen.

Kennt Ihr das?

Tatsächlich ist so ein Gespräch nichts anderes als eine Serie unzusammenhängender Aussagen, die sich zwei Menschen entgegenwerfen, in dem Versuch, sich “auszudrücken”, ohne jedoch dem Gesprächspartner zuzuhören.

Oder wie es die Franzosen ausdrücken würden: jeder leert seinen Sack – fertig!

Wenn mir das mit einem Gesprächspartner passiert, stehe ich kommentarlos auf und gehe, ich habe keine Lust den Mülleimer für andere zu spielen.

Zuhören zu können und es auch zu tun, ist nicht nur eine Frage des Respekts, es ist auch die Chance auf eine echte Bereicherung, denn ein anderer Mensch vertraut sich Euch an und teilt seine Erfahrungen mit Euch.

Damit das nächste Gespräch genussvoller wird, hier 3 einfache Tipps:

  1. Niemals unterbrechen!
  2. Konzentrier Dich auf die Person, die zu Dir spricht und schau Sie an!
  3. Wenn Du etwas erwiderst, dann sollte es sich auf das zuletzt Gesagte der zuletzt sprechenden Person beziehen!

So einfach und so wirksam!

Diese 3 Regeln lassen Gesprächspartner sich respektiert und geschätzt fühlen – und genau diese Gefühle sind die Basis einer guten Beziehung.

.:.

Feel better :-)


© 2007 Frank Obels.

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10 Kommentare zu diesem Beitrag!

  1. am 25 Feb 2007 um 17:12 mona lisa

    Die Formulierung der ersten Regel ist sehr massiv, denn Unterbrechungen zwecks Nachfragen, weil einem etwas unklar ist, man etwas nicht verstanden hat, dürfte, ja müsste wohl erlaubt sein. Regeln, die ein “Nie” oer “Niemals” enthalten sind mir “immer” suspekt.
    Die Regeln helfen aber wohl nicht, um zu erkennen, wann ich als Mülleimer missbraucht werde, woran mache ich das fest? Wie grenze ich es davon ab, dass sich jemand mal allen Mist von der Seele reden muss und ich dazu auch bereit bin – aus Repekt vor, für den anderen.

  2. am 25 Feb 2007 um 17:25 Frank

    Hi Moni,

    aber so gut müsstest Du mich doch kennen :-)
    Natürlich ist alles erlaubt, was Du Dir erlaubst, es steht mir gar nicht mehr zu, als meine Erfahrungen anzubieten.

    Nach meiner Erfahrung kannst Du eben am Zuhören sehr schön erkennen, ob eine Person einen kommunikativen “Austausch” mit Dir sucht oder Dich lediglich “bemüllen” will.
    Wenn Du dazu bereit bist, den seelischen Mülleimer zu spielen, beispielsweise bei guten Freunden, dann ist das ja okay.
    Es ist auch hilfreich darauf zu achten, wie Du Dich bei einem Gespräch fühlst. Wenn Du Dich bei einem Gespräch wohl fühlst, ist das ein guter Anhaltspunkt für eine wirkliche Kommunikation, Kommunikation dann verstanden als “communicare”=verbinden.

    Soweit zu meiner Wahrnehmung ;-)

    Frank

  3. am 25 Feb 2007 um 22:32 mona lisa

    Und was ist mit den Regeln? bzw. ihrer Formulierung?

  4. am 26 Feb 2007 um 00:27 christa

    hören und zuhören ist so ein Thema, mit dem auch ich mich schon seit längerer Zeit beschäftige. Leider hat das diesmal mit dem s.g. Trackback nicht geklappt, deshalb hier ein Ausschnitt aus meinem Blog:

    Eugen Roth war ein genauer Beobachter unserer täglichen Begegnungen. Mit wenigen Worten und Humor hat er das Begrüßungsritual “Wie geht’s” in Versform gepackt:

    Zwar fragen uns Bekannte stets,
    wenn sie uns treffen: “Na, wie geht’s?”
    Doch warten sie solange nie,
    bis wir es sagen können, wie.
    Wir stellen drum statt kurzer Klage
    sofort die kurze Gegenfrage.
    Dann ziehen höflich wir den Hut
    und sagen beide: “Danke, gut!”
    Wir scheiden, ohne uns zu grollen,
    weil wir’s ja gar nicht wissen wollen.

    Wer mag sich bei so viel Oberflächlickkeit einem anderen Menschen noch mitteilen? Mir gelingt es nicht.

    Gruß
    Christa

  5. am 26 Feb 2007 um 08:09 Frank

    Hallo Christa,

    wow, vielen Dank, das ist genau, was mir aus dem Herzen spricht.

    Liebe Grüsse

    Frank

  6. am 26 Feb 2007 um 08:10 Frank

    Moni,

    was meinst Du damit “was ist mit den Regeln”?
    Gefällt Dir einfach nur das Wort Regeln nicht oder die 3 Regeln, die aber Tipps sind :-)

  7. am 26 Feb 2007 um 10:10 Norbert Glaab

    Hallo Frank,
    ich denke, dass Zuhören hat sehr viel mit dem Interesse und der Akzeptanz an meinem Gesprächspartner zu tun.
    Kommunikation besteht halt aus weit mehr als nur einen Wortschwall loszuwerden.
    Wir setzen beim reden fast immer voraus, dass das eigene gesprochene Wort vom Gesprächspartner verstanden und richtig interpretiert wird. Es ist vielen Menschen nicht bekannt, dass viele Worte emotionsgebunden sind. Da meist eine emotionale Beschreibung ausbleibt, fehlt auch die richtige Verständigung. Also hat Kommunikation auch Zeit und Aufmerksamkeit zu tun.
    Wenn jemand nicht zuhören kann oder nur reden möchte, ist er ein Zeiträuber. So können wir doch schnell entscheiden, ob das Gespräch weitergeführt wird.
    Ich freue mich auf wertvolle Gespräche :-)

    Liebe Grüsse
    Norbert

  8. am 27 Feb 2007 um 21:47 Adrian

    Hallo Frank!
    Obwohl dein aktives Zuhören vieles für sich hat, kann es auch ein Machtmittel sein: nicht das aktive Zuhören selbst, sondern es einzufordern.
    Das ist so ähnlich wie mit dem Verstehen: jeder meint es zu können, keiner kann sagen, was es ist. Jemanden Unverständnis vorzuwerfen, kann also meist garnicht genau erklärt werden und deshalb stellen sich viele Menschen auch gerne “patzig” (unwirsch, ärgerlich), wenn sie erklären sollen, was man selbst denn nicht verstanden haben.
    Zudem ist aktives Zuhören noch keine Erklärung dafür, was geschieht, wenn man aktiv zuhört. Es besagt auch nichts über die Einstellungen, die hinter dem aktiven Zuhören stehen sollten.
    Das ist meiner Ansicht nach übrigens die (Selbst-)Ironie. Ironie = das Bewusstsein, dass alles menschliche Denken und Können begrenzt ist, d.h. natürlich, die Haltung, die aus diesem Bewusstsein entspringt.

    Liebe Grüße,
    Adrian

    P.S.: auch wenn ich meinen Einstand hier mit einer Meckerei beginne – toller Blog.

  9. am 01 Mrz 2007 um 09:13 Frank

    Hallo Adrian,

    wo meckerst Du denn – ich finde es absolut okay, was Du sagst.
    Ich bin nur überrascht, welches Echo eine einfache Anregung wie “Zuhören” auslöst.
    Werde mir jetzt gleich mal Dein Blog anschauen :-)

    Liebe Grüsse

    Frank

  10. am 02 Mrz 2007 um 11:42 Adrian

    Das Echo liegt wohl daran, dass Zuhören professionalisiert worden ist, d.h. wenn man ein Seminar gemacht hat oder ein Buch gelesen hat, sei man ein perfekter Zuhörer. So einfach funktioniert das natürlich nicht: der Mensch ist in seinen Fähigkeiten begrenzt, in den Fähigkeiten, etwas wahrzunehmen und in den Fähigkeiten, etwas auszuüben.
    So sitzen viele Menschen wohl der Illusion auf, es gäbe ein perfektes Zuhören und wundern sich über die unperfekten Folgen. Meine ganz persönliche Vermutung ist, dass das Echo in deinem Blog ein Echo auf diese narzisstische Anmaßung ist.

    Liebe Grüße,
    Adrian



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