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Ich erlebe immer mal wieder Paare, die sich “auseinandergelebt” haben, sich also trennen möchten. Da werden mehr oder weniger offene “Kriege” geführt – doch zur Trennung kommt es wenn, dann erst nach langer Zeit.

Erkundige ich mich freundlich, warum man sich nicht trennt, dann höre ich immer mal wieder: “Das kann ich unseren Kindern nicht antun!”
Frage ich dann, ob die Kinder möglicherweise den “Konflikt” spüren, dann wird das verneint, man spiele gut genug vor!

Okay!

Was ich auch immer mal wieder höre, sind Menschen, die offensichtlich für ihre Eltern (meistens entweder für den Vater oder die Mutter) leben. Da bekomme ich Aussagen wie: “Meine Eltern haben so viel für mich getan, jetzt bin ich zu 100% für sie da!”

Okay!

Gut, dann habe ich noch diese Beobachtung. Sie betrifft Menschen, die mir sagen: “Ich lebe für meine Enkelkinder!”

Okay – also rechnen wir mal zusammen:

  • Die ersten Lebensjahre entwickle ich mich und meine Identität und lebe, sagen wir mal so etwa bis 20 Jahre nicht (vollständig) mein Leben.
  • Dann folgen hoffentlich ein paar Jahre, in denen ich mein Leben voll auslebe, bevor dann die Beziehungen und auch die Kinder kommen. In dieser Phase bleibe ich möglicherweise sogar mit einem Partner zusammen, obwohl es nicht passt, wegen der Kinder. Da gehen dann also im “Idealfall” 10-20 Jahre vom Lebenskonto ab.
  • Nicht viel später scheint dann die Phase zu beginnen, in der man sich berufen fühlt, für seine Eltern da zu sein. Ich gebe so einer Phase mal eine Zeitdauer von 10 Jahren.
  • Schliesslich beginnt die “Leben für Enkelkinder-Phase”. Keine Ahnung, wie lange die dauert.

Da frage ich mich:
ist es wirklich so, dass es Menschen gibt, die den Großteil ihres Lebens für andere leben und ihr eigenes Leben ganz bewusst vernachlässigen?

Ist es wirklich so, dass wir auf diesen Planeten hier kommen, um nicht unser eigenes Leben zu leben? Sind wir für andere verantwortlich, für unsere lieben Kinder, unsere lieben Eltern, unsere lieben Enkelkinder – aber bloß nicht für uns?

Und sollte es doch mal eine Phase geben, wo wir gerade für niemand anderen leben können, dann wundern wir uns, dass wir mit dem Leben nicht zurecht kommen?
Und dann rennen wir zu Therapeuten, Coaches etc. um uns zeigen zu lassen, was wir mit dem Leben sinnvolles anstellen können?

Warum bekommen wir dieses tolle wundervolle Geschenk des Lebens – und geben es dann für  andere dahin?

Also, wenn ich Geschenk wäre, es könnte sein, dass mich ein solches Verhalten traurig machen würde.

Wann hast Du ganz bewusst das Geschenk des Lebens das letzte Mal angenommen und Dich von Herzen über Dein Leben gefreut?

Würdest Du wirklich Dein Leben leben, würdest Du sehen, wie schön es ist! Und Du könntest diese Schönheit dann Deinen Kindern, Deinen Eltern und Deinen Enkelkindern zeigen!

Feel better!

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7 Kommentare zu diesem Beitrag!

  1. am 23 Mrz 2009 um 13:50 Gerhard Zirkel

    Diese Fragestellung ist sehr philosophisch. Was ist wichtiger, das Individuum oder das Große Ganze?

    Sind wir wirklich hier um uns selbstzuverwirklichen, ohne Rücksicht auf Verluste? Oder sind wir viel zu egoistisch und es geht eigentlich um den Fortbestand der Gemeinschaft?

    Diese Fragen wird vermutlich jede Kultur, jede Generation anders beantworten. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen, denn grenzenloser Egoismus rottet uns aus, und das Gegenteil sperrt uns ein …

    Gerhard Zirkel

  2. am 23 Mrz 2009 um 14:26 Daniela

    Wie ich immer wieder lese, höre und lerne, ist:
    “Der wichtigste Mensch in Deinem Leben bist DU!”
    Und es hat sicherlich NIX mit Egoismus zu tun!!!
    Das ist “Feel-Better” ;-)
    Gruß
    Daniela

  3. am 23 Mrz 2009 um 14:27 Frank Obels

    Yes Daniela :-)

  4. am 23 Mrz 2009 um 14:29 Frank Obels

    Gerhard,

    wer schreibt etwas von “Rücksicht ohne Verluste”?

    Es geht mehr um eine ganz einfache Erkenntnis:

    “Du kannst nur geben, was Du hast!”
    Wie willst Du anderen das Beste geben, wenn Du es für Dich nicht hast?

    Greetings

    Frank

  5. am 24 Mrz 2009 um 11:08 Jürgen

    Hallo feel better Leute.Diese Aussage von Frank hat mich tief getroffen denn ich habe in den vergangen Monaten viel Zeit mit mir selber verbracht und auch feststellen müssen das ich mein Leben nie für mich gelebt habe.Jetzt beginne ich damit und fühle mich teilweise damit übervordert man kennt sich selber ja kaum und weiß nicht so recht was man will oder braucht.Zum Thema ob man immer rücksicht auf sich selber nehmen soll oder nur auf andere:Wir befinden uns zur Zeit ja in einem Wandel in ein anderes Zeitalter das Wassermann-Zeitalter.Da ändert sich so manches und auch das etwas egoistischere Fische-Zeitalter bleibt hinter uns.Wir sind ja hier um uns selber vorwärts zu bringen aber bitte nie auf kosten der Menschen die wir lieben und die für uns da sind.Familie und Freundschaft rückt in diesem Zeitalter noch näher.
    Also lebt euer Leben zusammen mit euren lieben und nicht nur für eure Lieben.
    Ich wünsch euch einen schönen Tag und lebt ihn.
    Grüße vom Heuberg Jürgen

  6. am 24 Mrz 2009 um 11:32 Frank Obels

    Hast Du schön geschrieben Jürgen:
    das Leben mit anderen und nicht für andere leben!

    Danke für Deinen ehrlichen Worte!

    A Grüssle

    Frank

  7. am 24 Mrz 2009 um 14:05 Gerhard Zirkel

    …das Leben mit anderen und nicht für andere leben…

    Das trifft das was ich mit meinem ersten Kommentar ausdrücken wollte wesentlich besser.

    Momentan gibt es nämlich nur “für andere” oder “gegen andere” – “mit anderen” müssen wir hierzulande erst wieder lernen.

    Gerhard



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