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Habe gerade bei unternehmenskick.de einen schönen Beitrag zum Thema Dialekt sprechen gelesen.

Wer mich kennt, weiss, dass ich gerne mal in meinen Seminaren eine Dialekt-Phase einlege, in der ich so von mir gebe, was gerade in mir ist, mal auf schwäbisch, mal auf plattdeutsch – wie es gerade so kommt. Ich habe keine Ahnung, wer da dann spricht und wer das steuert :-)
Ich bin es nicht, also welcher Teil von mir übernimmt da gerade Regie?

Bin ich in der Schweiz, dann reden die lieben Schweizer so, dass ich sie verstehe, sie sprechen also keinen Dialekt in diesem Moment.

Bin ich bei den Schwaben, dann sprechen die Hochdeutsch, weil ich Hochdeutsch spreche. Das tun auch die Leute, die wissen, dass ich schwäbisch in und auswendig beherrsche.

Also frage ich mich, was passiert da in den Köpfen?

Bei vielen Dialekt-Sprechern (die Schweizer meine ich dabei jetzt nicht) habe ich den Eindruck, dass sie sich nicht wohl fühlen, wenn sie ihren Dialekt öffentlich leben, insbesondere bei “offiziellen” Anlässen: Seminare, Besprechungen, Vorstellungsgespräche, Kundengespräche, …

Das ist ein putziges Phänomen – was denkt Ihr darüber?

Sprecht Ihr Euren Dialekt, wenn ja, dann nur zu bestimmten Anlässen? Oder sprecht Ihr in nur “daheim” und warum tut ihr das?

Was bedeutet “Hochdeutsch”? Ist man damit “höher”?

So, das waren meine Morgengedanken.

Nun rufe ich einen Schwaben an, um mal gepflegt schwäbisch “zum schwätze” :-)

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6 Kommentare zu diesem Beitrag!

  1. am 16 Apr 2009 um 09:25 gabaretha

    Lieber Frank,
    da ich im Herzen des Isartals aufgewachsen bin, ist “mein” Dialekt bayerisch. Allerdings habe ich viele Jahre “out of Bayern” verbracht…und dabei gelernt, mich auf deutsch (und noch ein paar anderen Sprachen) verständlich zu machen. Dabei hat sich in mir quasi eine Automatik entwickelt, so dass ich immer in der Sprache antworte, in der ich angesprochen werde ;-) .
    Die bayerische Klangfärbung allerdings schimmert immer wieder durch und ich habe mich daran gewöhnt, dass ich im Rest von Deutschland nach dem ersten Satz als Bayerin “entlarvt” werde.
    Ich finde alle Dialekte schön, die nicht extrem gesprochen werden…auch hier ist für mich der richtige Blickwinkel die Mitte.
    Ich wünsche Dir einen sonnigen Tag mit vielen schönen Gesprächen (in welcher Sprache auch immer…)
    besser und besser,
    Gaba

  2. am 16 Apr 2009 um 10:18 Mike

    I quatsch eigentlich immer wias Maul gwachsn isch..lei verstian mi nocha nit olle…

    Spreche aber nur hochdeutsch wenn mich mein gegenüber nicht versteht.

    Generell hab ich das Gefühl das Hochdeutsch bei uns Öschis eher verpönt ist. Abgesehen bei Geschäftsgesprächen usw.

  3. am 16 Apr 2009 um 22:04 zentao

    Lieber Frank
    der Dialekt wurde früher in Uralten Zeiten, als Schutz gegen die Obrigkeiten benutzt. Heute ist es nicht mehr so notwendig, dass wir nicht verstanden werden wollen. Wenn jetzt da, ein sympathischer Nachbar aus dem grossen Kanton, zu uns kommt dann sprechen wir ganz selbstverständlich, so das wir verstanden werden. Mit meinen Deutschen Freunden, kann ich heute mehrheitlich Schweitzerdeutsch sprechen. Das Hochdeutsch oder auch Schriftsprache ist für uns eine Fremdsprache, auch wenn wir es können, sprechen wir es nicht unbedingt gerne, aber der Anstand gegenüber einem Fremden verlangt das halt eben.
    Liebe Grüsse zentao

  4. am 16 Apr 2009 um 23:38 Fabrizio

    Meine afrikanischen Freunde (inkl. Marokko) haben mich gelehrt, dass sie stets die Sprache des “Fremden” sprechen, solange sie sie ein bisschen sprechen. Das ist ein Zeichen von Demut, Gastfreundschaft und Respekt.

    Und das habe ich mitgenommen.

    Ich selbst spreche immer die Sprache des anderen, solange mein restringierter Wortschatz von 5 Sprachen es zulässt. Das ist heutzutage, das hab ich in den verschiedenen Ländern gelernt, so ziemlich Durchschnitt.

    Ist Dir schon mal aufgefallen, dass Du mit Wechsel der Sprache auch Deine Stimme wechselst? Das find ich so spannend…auf Deutsch kling ich so, auf Italienisch ganz anders, Englisch habe ich einen Sing-Sang, der im Deutschen bescheuert klingen würde, und auf Französisch, ja, da wurde mir vor wenigen Tagen gesagt, dass ich mit afrikanischem Akzent sprechen. Hallo!! Ich…mit afrikanischem Akzent?? Also italienischer Akzent lass ich ja grad noch durchgehen, aber…:-)

    Also, jetzt erstmal ‘ne Runde “knock-knock”…bonne nuit Monsieur Le Schwab :-)

    Gruß vom “Klaren”,

    Fabrizio

  5. am 17 Apr 2009 um 10:00 Jürgen

    Hallo zusammen ich bin auch Schwabe rede auch schwäbisch nur im geschäftlichen Bereich oder bei Leuten die nicht aus dem Schwabenland kommen versuch ich Hochdeutsch zu reden.Auch bei neuen Bekanntschaften auch wenn die aus dem Schwabenland kommen red ich erst Hochdeutsch.Ich denk das kommt daher, daß der Dialekt im Volksmund als “bäuerlich” angesehen wird und als Bildungslücke und man den anderen zeigen will das man doch “kultiviert” und “gebildet” ist.
    Euch allen einen schönen Tag

  6. am 25 Apr 2009 um 19:52 Petra

    Ich kann Gaba nur zustimmen: auch bei mir habe ich eine entsprechende Automatik wahrgenommen, je nachdem, wie ich angesprochen werde, so antworte ich auch. Spricht mein Gesprächspartner hochdeutsch, so spreche ich auch hochdeutsch mit ihm, spricht er schwäbisch, so spreche ich auch schwäbisch. Bei anderen Dialekten schleicht sich auch eine schwäbische Färbung bei mir ein, aber immer so dass es für mein Gegenüber verständlich bleibt. Im Sinne des Rapports ist dies in meinen Augen sehr nützlich um eine angenehme Atmosphäre aufrecht zu erhalten.

    @Fabrizio: Ich halte es auch für ein Zeichen des Respekts, wenn ich mich bemühe, als Gast wenigstens ein paar Worte in der Sprache des Gastlandes zu sprechen. Es funktioniert nicht überall, in vielen Fällen freuen sich die Menschen und geben sich um so mehr Mühe, sich mir verständlich zu machen.

    Viele Grüße
    Petra



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