Aberglaube – oder sind wir schon moderner?
August 31st, 2008 by Frank Obels
Sprach meine Schwiegermutter zu mir:
“Oh Gott Frank, wir müssen noch jemanden einladen, irgendjemanden, denn sonst sind wir 13 Personen am Tisch und das bringt Unglück!”
Wenn ich so etwas höre, dann fällt mir auch ein, dass man ein Brot nicht auf den Rücken in den Brotkorb legen soll oder am Freitag niemals die Bettwäsche wechseln möge.
Und so wundere ich mich, dass ich überhaupt noch lebe, denn nach abergläubischem Regelwerk habe ich mich noch nie gerichtet.
Aber interessant finde ich es schon
Auch das mit den schwarzen Raben/Krähen ist der Hit, weil dann viele Menschen kreidebleich werden.
Also: wie verankert ist Aberglaube noch bei Euch? Welche Rolle spielt er?
Erzählt mir von Eurem Aberglauben respektive welchen Aberglauben ihr kennt.
Ich freue mich auf eine putzige Sammlung
Feel better!
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Gibst Du einen Kaffee aus?
14 Kommentare to “Aberglaube – oder sind wir schon moderner?”


Die meisten Aberglauben (was ist eigentlich die Mehrzahl?) basieren irgendwie auf einem nachvollziehbaren Grund.
Ein gutes Beispiel stammt aus China. Bei Chinesen ist es die 4, die einen schlechten Ruf hat. Chinesen sitzen nie zu viert am Tisch, beziehen niemals Hausnummer 4 oder Zimmer 4 im 4. Stock usw.
der Grund ist eigentlich nur, dass die 4 in einigen Dialekten genauso ausgesprochen wird wie “Tod”. Klar, dass die 4 da einen schlechten Ruf bekommt.
Wenn man das dann in unseren Kulturkreis übernimmt, sieht das natürlich lächerlich aus.
Ich bin sicher, die 13 oder die Krähen und schwarzen Katzen und und und lassen sich allesamt auf irgendwelche Ereignisse zurückführen die jetzt nur keiner mehr kennt.
So lässt sich nahezu jeder Aberglaube aushebeln, wenn man das möchte.
Gerhard Zirkel
Hi Gerhard,
also mal wieder verlorenes Wissen (was manchmal eine Begleiterscheinung von “modern” ist)?
Interessant, habe ich so noch nicht gesehen.
Herzlichen Dank
Frank
Hallo Frank,
interessant was es tatsächlich alles gibt, an Glaubensätzen in jedem Land und in jeder Religion!
Wie zum Beispiel in meinem Land sagt man:
“Wenn man einen Spiegel zerbricht, hat man gleich
!”
10 Jahre lang Unglück
oder
“Wenn man ein Kleidungsstück verkehrt herum trägt (links), dann soll man es entweder den ganzen Tag weiterhin verkehrt herum tragen oder es sofort ausziehen und dann an dem Tag nicht mehr tragen”, (wenn man es richtig herum wieder anziehen würde, würde es Unglück für den ganzen Tag bringen!).
Das mit dem Brot und der Bettwäsche kenne ich auch noch – leider
Das Dumme ist, man traut sich nicht immer gegen diese von unseren Ahnen überlieferten “Glaubenssätze” zu verstoßen, oder wenn man es tut, fühlt man sich irgendwie schlecht dabei (zumindest geht es mir oft so!).
Schönen Sonntag an alle “Abergläubigen”
Hallo Frank,
ja das ist ein lustig, interessantes Thema.
Ich hab z.B. nach wie vor eine Herausforderung
damit, unter einer Leiter durchzugehen.
Weil da immer noch so ein “Progrämmchen” in mir
läuft, welches mir dann erklärt, dies würde Unglück bringen
und
@Rania – ich komme aus Österreich, bin in Kärnten aufgewachsen und freue mich immer über ein
“verkehrt herum” angezogenes Kleidungsstück!
Denn – wenn dem so ist, kann man in Bälde ein
Geschenk erwarten
Egal ob man es sich wieder auszieht, umdreht
oder was auch immer.
P.S. Die “Einbildung” lass ich weiter laufen
Hi Rania, Hi Kim,
prima Eure Aber-Glaubenssätze
Muss ich das jetzt selbst ausprobieren mit dem verkehrt herum getragenen Kleidungsstück, um zu sehen, ob ich beschenkt oder be-unglückt werde?
Mal sehen, mache ich morgen im Büro
Greetings
Frank
Nicht ich, aber ein Freund von mir hat eine ziemlich unübliche, abergläubsiche Gewohnheit, und zwar klopft er beim betretten eines (Wohn)hauses immer dreimal mit der linken Hand an den Türrahmen. Wieso er das macht, hab ich bis heute nie wirklich begriffen. Anscheinend aber glaubt er, dass wenn er nicht klopfen würde, ihn die Geister / Seelen des Hauses ihn nicht willkommen heissen würden oder so :S
Komisch, aber mich stört es nicht wirklich
Hallo Frank,
an diesen Tag errinnert mich meine Mutter immer. Sie telefoniert mir jedesmal, wenn der “Freitag der Dreizehnte” naht. Es ist wie ein Glückstag für mich. An diesem Tag habe ich schon eine stattliche Anzahl Top Abschlüsse erzielt !
schöne Sunntig auf Schwizertütsch…
bis bald
Franz
Hallo
Glaubst du 13 bringt Unglück? Ja , dann kannst du gerne mir deinen 13. Monatslohn Spenden
Liebe Grüsse
Roger
Lieber Frank
Dass man nicht unter einer Leiter durchgehen soll, macht Sinn, denn wenn ein Handwerker oben arbeitet, kann immer etwas runter fallen. Aberglauben entsteht vermutlich aus Vorurteilen und nicht wissen.
Liebe Grüsse zentao
Wow – Ihr kommentiert ja wie die Feuerwehr
@Beobachterin:
der “Aberglaube” gefällt mir gut, hat etwas von “Respekt” à la chinesisch.
@Franz:
ja, ich mache die besten Geschäfte immer am Freitag, dem 13. – das ist für mich ein prima Glaubenssatz geworden.
@Roger:
okay, Du nimmst das 13. Monatsgehalt, kommst dann aber regelmäßig zu meinen Seminaren
@zentao:
ich denke, es sind Erfahrungen, die dann irgendwann verallgemeinert werden bzw. aus dem Zusammenhang gerissen werden. Also selbst wenn auf der Leiter gar keiner steht oder kein Farbeimer drauf ist, ist es gefährlich.
Habt vielen Dank für Eure Kommentare
Frank
Ob “wir” moderner sind kann ich nicht beurteilen. Ich bin es auf jeden Fall geworden – im Laufe der Jahre.
“Elefanten mit Rüssel nach unten bringen Unglück”, sagt man.
Der Windeleimer, den ich vor der Geburt meines ersten Kindes kaufte, war mit genau solchen Elefanten geschmückt. Beim Einkauf wusste ich noch nichts von diesem Glaubenssatz und fand den Eimer einfach nur schön. Als ich dann von diesem Aberglauben erfuhr, habe ich den Eimer umgetauscht. Ich war damals felsenfest davon überzeugt, dass er Unglück über mich und mein ungeborenes Kind bringt.
Vor Kurzem habe ich mich in “Elefantenbuchstützen” aus Bronze verliebt – auch mit “Rüssel nach unten”.Ich erfreue mich jeden Tag aufs Neue an diesen beiden Figuren.
Übrigens: Wer am Neujahrstag Sauerkraut auftischt und auch ißt, demjenigen geht nie das Geld aus. Das ist wahr – ich habe es selbst erlebt
Schönes Thema!
Gruß Christa Schwemlein
Also bei mir ist Freitag der 13. auch immer ein Glückstag.
Hallo Christa,
wie viel Sauerkraut muss es sein? Bringt mehr essen auch mehr Geld?
Sensationell, schon weiss ich, was ich Neujahr esse!
Hab Dank – sagt Frank
Was für tolle Beiträge! Dank Euch alle, kann ich meine Glaubenssätze besser umprogrammieren bzw. schneller ausleiten

@kim
dank Dir, kann ich mein Kleidungsstück das nächste Mal verkehrt herum tragen. Ich glaube, demnächst
wandere ich in Österreich aus
@zentao
ich bin genau Deiner Meinung. Sehr oft fehlen einfach Erklärungen, damit man besser die Glaubenssätze verstehen kann.
@christa
danke für den Sauerkraut-Tipp, das Jahr 2009 wird GIGANTISCH!
Feel-better