Wie wichtig ist Glaubwürdigkeit (im Business)?
Februar 23rd, 2007 by Frank Obels
In meinen Einzel-Intensiv-Coachings erlebe ich immer wieder, dass die Gründe für geschäftliche Erfolglosigkeit in den Tiefen des Unterbewusstseins (der Unternehmerin/des Unternehmers) verankert sind. Diese “Blockaden” kann man teilweise innerhalb weniger Tage oder Wochen auflösen – es handelt sich um “Erfolgsblockaden” respektive Sabotageprogramme.
Kehrt so ein Unternehmer dann wieder in den Geschäftsalltag zurück, so kann es dennoch sein, dass der finanzielle Erfolg auf sich warten lässt.
Früher habe ich mich dann gefragt, ob die “Therapie” unzureichend war. Heute weiss ich, dass das Thema so vielschichtig ist, dass es viele Gründe geben mag, die einen finanziellen Erfolg verhindern.
Immer wieder taucht dabei allerdings das Phänomen der Glaubwürdigkeit auf.
Die Frage lautet:
wann ist ein Unternehmer glaubwürdig und braucht es diese Glaubwürdigkeit, um am Markt erfolgreich zu sein?
Wenn ich heute ein Kommunikationsseminar anbieten würde, mit dem Ihr zu den absoluten kommunikativen Überfliegern werdet, würdet Ihr das Seminar bei mir buchen? Muss ich erst ein paar Bücher, Podcasts und Videos veröffentlicht haben, damit Ihr mich für glaubwürdig haltet? Brauche ich einen Doktortitel? Was für andere Faktoren spielen eine Rolle (ausser dem Preis).
Ist es so, dass ich automatisch glaubwürdig bin, wenn ich authentisch bin?
Diese Fragen diskutiere ich gerade mit einigen Kollegen und wenn Ihr Lust habt, dann schreibt mir mal Eure Meinung.
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9 Kommentare to “Wie wichtig ist Glaubwürdigkeit (im Business)?”

Ich denke, dass es leider so ist: Trainer, die Bücher geschrieben haben, Referenzen haben, werden nun mal eher gebucht – als ein “Nobody”… Auch wenn der “Nobody” das ganze besser rüberbringt als der “Fachmann”. Anders ist es ja nicht zu erklären, dass gewisse Trainer “Gurus” selbst nach Gefängnisaufenthalten von grossen Firmen wieder gebucht werden (eben weil man “Bestsellerautor”, “teuerster Trainer” etc. war…
Aber das beste Seminar, der beste Trainer kann nichts bewirken, wenn ihn niemand wahrnimmt. Also muss man Marketing betreiben (dazu gehören auch Blogs, Podcasts usw.).
.
Ich denke auch, dass man immer die richtigen Kunden anzieht – genau die Kunden, die zu einem passen (die anderen will ich ja eh nicht
Glaubwürdig ist man, wenn man stimmig ist mit sich selber, seinem Leben und dem Thema, dass man vermitteln will.
Aber eben: es gibt immer Leute, die auf Titel, Zertifikate, Referenzen und Diplome wert legen und sich nicht einmal fragen: “passt dieser Trainer überhaupt zu mir”…
Ärzte haben es einfacher: die werfen sich einen weissen Kitel über und sind dann sofort kompetent und glaubwürdig (für die meisten auf alle Fälle
. Beim Papst gilt sogar nur der Titel (der kann anhaben was er will…).
Hallo Stefan,
danke für diesen Beitrag
Wie ist das aus Mentaltrainersicht:
kann jemand glaubwürdig sein, wenn er ein Business macht, dass er eigentlich (unbewusst) gar nicht will (zum Thema “stimmig mit sich selber”)?
Beste Grüsse
Frank
Was ist Glaubwürdigkeit überhaupt?
Ist es als eine Art der Beweisführung zu betrachten?
Ist eher Zuverlässigkeit, Kompetenz, Vertrauenswürdigkeit oder Authentizität?
In dem Wort Glaubwürdig ist das Wort „Glaube „ enthalten, was soviel bedeutet wie „nicht wissen“. Ich Glaube, weil ich in den Aussagen der betreffenden Person eine bestimmte Affinität habe und dadurch eine Zugehörigkeit empfinde?
Oder steckt in Glaubwürdigkeit die Hoffnung in einer Wirkung/Leistung, meinen Leidensdruck zu senken und meine Lebensqualität zu verbessern? Vielleicht ist es aber auch der Effekt, zu erkennen, dass es dieser Mensch im Leben zu etwas gebracht hat, und der zeigt mir wie es geht? Von wem auch sonst soll ich denn lernen, wenn nicht von den Besten?
Doch warum gibt es so viele Seminarteilnehmer, die an den „besten“ Seminaren teilnehmen, um dann doch nicht erfolgreich zu werden?
Ist es dann noch würdig zu glauben um glaubwürdig zu sein?
Wie weit ist Glaubwürdigkeit mit dem erreichen von Aufmerksamkeit verbunden?
Würde dies bedeuten, dass durch welche Art der Kommunikation auch immer, ich Aufmerksamkeit erreiche, dadurch auch glaubwürdiger werde, weil sich dadurch wieder eine Zugehörigkeit einstellt.
Wie weit spielt hier unser emotionales Gedächtnis mit unseren Grundbedürfnissen im unbewussten Bereich die größte Rolle?
Ich freue mich auf weitere glaubwürdigere Gedanken
und Informationen.
Im Bereich der Unternehmen ist meine Beobachtung, wenn der Unternehmer das tut, was andere tue, beruhigt er sein Gewissen braucht sich nicht um die Individualität zu bemühen.
Als Beispiel: Im Bereich des gesamten Motivationsgehabes hat sich Hinz und Kunz dem Schubladendenken hingegeben. Es war einfach, weil es viele taten.
Heute wird versucht wieder Vertrauen und Selbstverantwortung aufzubauen. Doch die Glaubwürdigkeit ist immer noch das Filter. Wem soll man Glauben schenken.
Vielleicht ist das noch in unserem Stammhirn verankert. Der Mensch ist ein Herdentier und braucht einen Leithammel, selbst wenn er zum LEIDHAMMEL wird.
Zu Frank:
….Wie ist das aus Mentaltrainersicht:
kann jemand glaubwürdig sein, wenn er ein Business macht, dass er eigentlich (unbewusst) gar nicht will (zum Thema “stimmig mit sich selberâ€)?……..
Ich glaube nicht. Wenn eine Person in einem Business ist, das nicht zu dieser Person passt – und diese Person das eigentlich gar nicht will – so strahlt sie dies auch aus! Die Folge davon: Verkäufer, die nicht verkaufen (der Markt ist gerade sehr hart…), Restaurant-Besitzer mit leerem Lokal (die Leute haben einfach kein Geld…) usw.
Zu Norbert Glaab:
….Doch warum gibt es so viele Seminarteilnehmer, die an den „besten“ Seminaren teilnehmen, um dann doch nicht erfolgreich zu werden?…..
Sie sprechen hier etwas sehr interessantes an: Es kann mich niemand erfolgreich machen – nur ich mich selber. Ich kann mir nur Techniken und Informationen holen. Tun muss man ja bekanntlich selber…
Und natürlich könnte man jetzt noch ausholen: was ist denn “erfolgreich”….
Vielleicht sollte es einen “Trainer-Blog” geben…
Zu Stefan Dudas:
…ich kann mich nur selber erfolgreich machen.
Das ist absolut richtig. Das würde jedoch bedeuten, dass Seminare eine bestimmte Grundausstattung für den Teilnehmer bedeuten. Doch jetzt beginnt das individuelle Training oder Coaching.
Erfolg muss jeder für sich definieren.
Die zu erreichende Lebensqualität ist ebenso individuell.
Wenn dem so ist, wie wir es aus der neusten Gehirnforschung kennen, laufen weit mehr als 70% von unseren Entscheidungen unbewusst ab und die verbleibenden bewussten 30% sind bei weitem nicht so frei, wie wir glauben, sondern bewegen sich strikt im Rahmen eines Programms, das sich im Laufe der Evolution als erfolgreich erwiesen hat, ab.
Zu den 30% bewussten Handelns;
Der Gehirnforscher Gerhard Roht bezeichnet das bewusste „Ich „ als einen Regierungssprecher, der Entscheidungen interpretieren und legitimeren muss, deren Gründe und Hintergründe er gar nicht kennt und an deren Zustandekommen er nicht beteiligt war.
Daraus lässt sich ableiten, dass jeder ein individuelles Training oder Coaching benötigt, nachdem er seine Grundausbildungen in der Schule, Studium, Beruf und Seminaren absolviert hat.
Zurück zur Frage, woran machen wir also dann unsere Glaubwürdigkeit fest?
Ist es ein reiner Vertrauensbeweis?
Dann währe ja eine sehr individuellen Auswahl des Seminarleiters, Trainer oder Coache notwendig, der sehr gezielt Hemmschwellen aufdeckt, Sinnfragen klärt, und außerhalb vom Rahmens des Klienten die intelligenten Fragen stellt, so dass der Kunde seinen Weg findet.
Dazu währe eine vorher abzusprechende Umsetzungskontrolle zu vereinbaren. Denn wer weist schon Heute, wie die Umwelt auf sein Verhalten von Morgen reagiert?
Zum Thema Trainer-Blog:
Ich glaube(würdig):-) es werden neue Trainings-Methoden benötigt.
Also: wo sind die Trainer die hier mitziehen, ohne Angst auf Konkurenz oder Verlust von Alleinstellungsmerkmale?
Stefan ist Trainer, Du Norbert bist ab jetzt auch Trainer – alle guten Dinge sind doch 3, oder?
Lieber Frank, liebe Trainers
als häufige feel-better-blog Leserin freue ich mich sehr über diesen interessanten Meinungsaustausch und lese kräftig mit. Ich bin Ultramind-Trainerin, vertrete also nicht ein “selbstgemachtes” sondern das jahrzehntelang erprobte und bewährte Mental-Training von José Silva. Mit “neuen” Konzept-Angeboten von meiner Seite sieht es daher dürftig aus. Aber mit meiner Meinung möchte ich mich sehr gern an Eurem Diskurs beteiligen:
Die Menschen, die von dem Angebot eines Trainings Gebrauch machen, haben bereits den wichtigsten Schritt in Ihrer Entwicklung vollzogen: Sie haben den Wunsch etwas zu verbessern, den Wunsch Ihr Bewusstsein zu erweitern. Der zweite Schritt, die Qual der Wahl, welches Training zum Einzelnen passt und wer der passende Trainer dafür ist, scheint mir ungleich einfacher.
Und wer den tiefen Wunsch auf Veränderung hegt und dafür in den eigenen Geldbeutel greift und ein Training bezahlt, hat nach meiner Meinung die besten Chancen, auch nach dem Training die erlernten Strategien und Techniken zu seinem persönlichen Vorteil anzuwenden.
Ich bin schon sehr neugierig auf Eure weiteren Meinungen, Besser und besser, Gaba
Hi Gaba,
schön von Dir zu lesen
Auch wenn unsere Diskussion nun ein wenig abdriftet:
warum ist es so, dass viele Menschen das im Seminar Gelernte nicht umsetzen?
Liegt es am Trainer?
Frank
Zu Frank,
wo bleiben die Trainer???????????????