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Jede Menge “Erfolgsleute” schreiben darüber, dass man sich selbst motivieren soll, seine Mitarbeiter, seine Kunden, … – dann erreiche man mehr im Leben, erreiche seine Ziele, höhere Stufen der Karriereleiter, habe tolle Mitarbeiter, eine sensationelle Unternehmenskultur, …

Es ist logisch, was die “Jungs und Mädels” da von sich geben, aber für mich stellt sich die Frage dennoch anders.

Betrachte ich ein Baby, so erscheint mir dieses hochmotiviert. Befragt man das Unterbewusstsein von Kindern, so gibt dieses freimütig bekannt, dass Motivation ein natürlicher Zustand sei.

Mit dieser Information ergibt sich eine andere Frage:

Was demotiviert denn einen Menschen und hat ihn aus dem natürlichen Zustand herausgetragen?

Für mich stellt sich die Frage, ob man bei einem Auto mit angezogener Handbremse wirklich den Tipp geben sollte, mehr Gas zu geben oder ob es nicht clever wäre, mal zu schauen, was das Auto bremst?

Ich bin doch sicherlich nicht der Einzigste, der das so sieht, oder?

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7 Kommentare to “Motivieren, motivieren, motivieren?”

  1. on 24 Feb 2007 at 15:12 Norbert Glaab

    In meiner Angestelltenzeit hatte ich die Möglichkeit, bei einer Automontage zuzuschauen.
    Die Handbremse wurde in das Fahrzeug eingebaut. Jedoch nicht betätigt. Außerdem ist der ursprüngliche Name Feststellbremse. Also für den Fall gedacht, dass das abgestellt Auto in der Ruhephase bleibt, und sich nicht bewegt. Das Macht das Auto jedoch nicht selber.
    Dazu braucht es einen Fahrer, der das Fahrzeug bedient.
    Wie ist es bei einem Baby, das hat keine Handbremse, außer es bekommt von seiner Umwelt eine verordnet. Wenn es zum Schutze des Kindes ist, dann erfüllt diese auch Ihren Zweck. Doch wofür braucht es eine Motivationshandbremse? Wer zieht diese an? Wer kann diese Lösen?

    Motivation kommt vom lateinischen motus = die Bewegung, und bezeichnet einen Zustand des Organismus, der die Richtung und die Energetisierung des aktuellen Verhaltens beeinflusst. Mit der Richtung des Verhaltens ist insbesondere die Ausrichtung auf Ziele gemeint. Energetisierung bezeichnet die psychischen Kräfte, welche das Verhalten antreiben. Ein Synonym von „Motivation“ ist „Verhaltensbereitschaft“.

    Dann lautet die Frage: Wer hat bei dem jungen Menschen die Verhaltensbereitschaft gebremst? Warum ist das geschehen? Wie erlangen wir Verhaltensbereitschaft? Wie erfährt der Mensch seine Ziele?
    Woran kann er feststellen, dass er in Richtung seiner Ziele (Träume) schreitet?

    War es schon immer so, dass Menschen demotiviert waren?
    Sind wir demotiviert, weil wir eine Beschreibung und ein Wort dazu haben?
    Wenn wir das Wort „Langeweile“ nicht kennen würden, währe uns auch der Zustand fremd.
    Liegt es daran, dass wir keine Bedürfnisse mehr haben und eher in einer Erlebniswelt leben?

    Ich freue mich auf Antworten  Verhaltensbereitschaft

  2. on 24 Feb 2007 at 15:53 Frank

    Hi Norbert,

    Du lieferst da ja schon fast eine Doktorarbeit ab :-)

    Doch was ist mit meiner Frage: steht die Motivation im Vordergrund oder die Beseitigung der De-Motivation?

    Greetings

    Frank

  3. on 25 Feb 2007 at 00:12 Fabrizio

    Hallo Frank, Hallo Norbert,

    mir fallen in diesem Moment auf Anhieb zwei Sachen ein:

    Das erste ist, was ich vor einiger Zeit in einem Aufsatz von Hans-Peter gelesen habe: dass es oftmals nicht ums hypnotisieren, sondern ums ent-hypnotisieren gehe. Nach einiger Zeit habe ich dann verstanden, was er meinte mit der Aussage, das vieles “da draußen” reinste Hypnose ist, durch Umwelt, Medien, etc. Das stünde in Anlehnung an der Beseitigung der De-Motivation.

    Das zweite, das mir einfällt ist aus dem Buch “TimeLine” von Tad James, das ich vor einigen Monaten durchgearbeitet habe. Es gibt eine Stelle, in der er die zwei Motivationsrichtungen des Menschen beschreibt: weg vom Schmerz (also all die Menschen, die über ihre Werte befragt so ziemlich alles damit beantworten, was sie nicht wollen.
    Die andere Richtung ist hin zur Freude, also die Belohnung, die Karotte, die da vorne winkt, wenn wir unser Ziel erreichen. Nach James’ Aussage all diejenigen, die davon sprechen, was sie erreichen wollen, was sie haben wollen, was sie tun wollen, wohin sie gehen wollen, etc.

    In Motivation steckt ja auch das Wort “Motiv”, im Sinne von Beweg-Grund (vs. Stand-Punkt). Was bringt mich in Bewegung? Die Freude, in meinem Leben voranzukommen. Oder die Angst, die mich vorantreibt, einen negativen Zustand bzw. schmerzlichen Zustand hinter mich zu lassen? (“So etwas möchte ich niemals wieder erleben / erfahren; das passiert mir nie wieder…”

    Für mich ist eine Mischung der Beiden gut. Ich bin durch meinen Lebenstraum motiviert, weil ich nur ein Leben habe, und in diesem auch die Talente und Fähigkeiten zur Meisterschaft bringen möchte (hin zu meinem großen Ziel, aus Liebe und Freude). AAABER ich selbst weiß aus meiner Erfahrung, dass meine Handbremse oft und lange genug angezogen war. Und ich durfte viele wirkungsvolle Techniken lernen, um diese Bremse zu lösen, damit ich freier und reibungsärmer mein großes Ziel erreichen kann. Hätte mir niemand beigebracht, wie ich diese Selbst-Sabotage-Programme(wie Du, Frank, so gut beschreibst) auch auflösen kann, müsste ich wahrscheinlich noch etliche Male reinkarnieren und wesentlich schmerzvollere Lektionen lernen, um manches in mir tief drin aufzulösen. :-)

    In der Tat könnten wir über diese Fragestellung eine sehr spannende Doktorarbeit schreiben.

    Jetzt schlafe ich erstmal drüber und falls mir noch was Gutes einfällt, werde ich’s sofort aufschreiben.

    Bis dahin Euch beiden eine friedliche Nacht und bis bald. :-)

    Fabrizio

  4. on 25 Feb 2007 at 10:03 Frank

    Hi Fabrizio,

    hab vielen Dank – ich hoffe, dass Du gut geschlafen hast :-)

  5. on 26 Feb 2007 at 09:28 Norbert Glaab

    Hallo Frank,
    ich denke, dass es wichtig ist die De-Motivation zu bearbeiten. Gleichzeitig ist mit Hilfestellung herauszufinden, was den Menschen motiviert.

    Eine schöne Woche wünscht
    Norbert

  6. on 27 Feb 2007 at 09:57 Norbert Glaab

    Noch ein paar Gedanken zum Thema Motivation.

    Wenn ein Mensch einen Schritt in eine Richtung tut, hat er Motivation, es bewegt ihn ja etwas.
    Wahrscheinlich sind es unsere Grundbedürfnisse.(siehe Baby)

    Wenn ein Mensch sich um einen neuen Job bemüht, ist er motiviert. Wie kommt es dann zur De-Motivation?
    Was sind die Auslöser?

    Hat De-Motivation eventuell auch mit falschen Vorstellungen zu tun? Wenn etwas nicht so eintritt wie ich es mir vorgestellt habe, dann kommt die Enttäuschung. Das könnte bedeuten, dass ich nicht gelernt habe, mit Hürden umzugehen.

    Ich freue mich auf weitere Ansichten zum Thema Motivation.

    Liebe Grüsse
    Norbert

  7. on 02 Mrz 2007 at 11:11 Fabrizio

    “Wenn etwas nicht so eintritt wie ich es mir vorgestellt habe, dann kommt die Enttäuschung”

    Hallo Norbert,

    mir fällt dazu nur Vera Birkenbihl ein, die sagt, dass Ent-Täuschung nix Schlechtes ist, weil dann die Täuschung wenigstens vorbei ist und ich die Dinge so sehen kann, wie sie wirklich sind, ohne meine Wunsch- und Erwartungshaltung ständig in andere hinein zu projizieren.

    Und eine Ent-täuschung kann immer nur aus einer nicht erfüllten Er-WART-ung resultieren. Kann es denn sein, dass wir immer sooo viel von anderen erwarten und so wenig und selten von uns selbst? Ist das nicht das menschliche Drama der Trainer-Figur, die mit dem Messias verwechselt wird, weil alle Antworten und Lösungen im Aussen gesucht werden?

    Stell Dir vor, Du hast 40 Leute vor Dir, z.T. viele ältere Hausfrauen, die auf einmal verkaufen sollen. Und die kommen nicht auf einen grünen Zweig. Wenn du manchen zuhörst, ist es auch absolut kein Wunder. Dazu an anderer Stelle von mir mehr…

    Warum werden denn so viele (in meinen Augen sehr durchschnittliche) Trainer engagiert, die sich Motivationsgurus nennen? Viele Menschen denken dann: “Boah, deeer ist ja richtig toll. So toll wäre ich auch gern, aber das schaff ich sowieso nicht, andere sind sowieso besser als ich armes kleines Ding!” Wie willst du solche Menschen wirklich motivieren? Leben sie denn wirklich? Oder existieren sie nur und laufen wie Zombies durch ihr (ach sooo trauriges und bedeutungsloses Leben und können eh nix ändern). Das sind dann Seminartouristen, die vielleicht noch Donna Leon kennen, das war’s dann auch schon.

    Ist es wirklich, frage ich mich in letzter Zeit, Aufgabe anderer Menschen, andere, antriebslose zu motivieren, die gar nicht wissen, was sie wollen im Leben? Die keine Träume mehr haben und im Geiste schon alt sind? Rutschen wir fälschlicherweise dann in die Helfer-Syndrom-Rolle ab, obwohl wir’s gut meinen und wirklich wirkungsvolle Instrumente weitergeben? Im Training, Coaching oder Seminar ist es doch so, dass wir nur gemeinsam mit dem Teilnehmer das Fahradgestell bauen können – in die Pedale treten muss jeder selbst im Leben. Vom Lesen einer Speiskarte werde ich auch nicht satt.

    Ich stelle keinen Totalitätsanspruch. Ich spreche gerade nur aus meiner Erfahrung mit Firmenseminaren (die mir langsam wirklich auf den S..k gehen). Kleines, einleuchtendes Beispiel: ab und zu gebe ich den Teilnehmern am Ende eines solchen Firmenseminares ein Geschenkchen mit und gebe ein, zwei Teilnehmern die MÖglichkeit, eine spezifische Phobie mittels Handflächentechnik zu beseitigen. ABER aus junger VErgangenheit habe ich gelernt, erstmal zu testen, ob wirklich jemand seine Phobie loswerden will (und das hat HPZ uns immer von Anfang an eingebläut, wie wichtig dieser Schritt ist). So, jetzt aber kommt’s richtig: “Gibt es jemand unter Euch, der an “Phobie xy” leidet?

    Dicke Frau in der letzten Reihe, körpersprachlich die ganze Zeit völlig zu und quatscht aber fröhlich mit ihrer dicken Nachbarin: “OOOHH jaaa, und wiiiie…wenn ich eine Spinne sehe, dann kriege ich die Kriiiise und schreie und blablabla…”

    Ich (provokant): “Ok, würden Sie mir 150 € geben, wenn ich mit Ihnen gemeinsam diese Phobie für immer aus Ihrem Nervensystem beseitige?”

    Dicke Frau: “WWAAAASSS??? 150 Euroooo??? Ne!!! Um Gottes Willen (armer Gott…)Behalten Sie mal Ihre Spinne und ich meine Phobie!!”

    Ich:” Genau das habe ich mir gedacht!”

    Wie willst Du solche Menschen motivieren oder de-motivieren? Wenn alles, was sie im Leben haben, ihre Katze ist, ihre Gerichtssendungen, ihre exhibitionistischen und voyeuristischen Talk-Shows, drei Riesen-Fernseher und weitere Konsumsachen. Wenn du diese Menschen fragst, wann sie das letzte mal ein Buch gelesen haben, das sich mit dem befasst, was in ihrem job not-wendig wäre, kommt meist die Antwort: “Gar nicht!”

    Sind wir dann in der Lage und überhaupt befähigt, solche Menschen mitzuziehen? Der Bettler möchte nicht unser Mitleid – er möchte unser Geld!

    Wow…wollte urpsprünglich nicht so viel schreiben, es floss mal wieder so aus meinen Fingern.

    Wichtig allerdings, bevor Missverständnisse aufkommen: es gibt immer wieder in jeder Gruppe einen kleinen Teil, der wirklich etwas ändern möchte und die dankbar sind, wenn man ihnen eine Hand reicht. Und die danken es einem auch von Herzen, sei es was das vermittelte Wissen angeht, wie auch das Geschenk der Phobiebeseitigung. An diesen Menschen orientiere ich mich dann in den Schulungen und es entstehen gute, interessante Kontakte.

    Wahrscheinlich liegt’s wohl an der gleichen Wellenlänge. Doch wenn ich eine allgemeingültige Antwort auf dieses Thema hätte, würde ich wahrscheinlich den Nobel-Preis gewinnen. ;-)

    Wenn jemand von Euch eine konstruktive Anregung hat, die meinen Horizont diesbezüglich erweitert, nehme ich diese sehr dankbar an. Ich kann nur dazu lernen und besser werden.

    Liebe Grüße,

    Fabrizio :-)



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