Fussball – Kameraden und Feldherren
Juni 18th, 2008 by Frank Obels
Gestern und vorgestern habe ich meine persönlichen “Fussballstudien” durchgeführt.
Zuerst Deutschland gegen Österreich
Vor dem Fernseher hat sich doch tatsächlich mein Herzschlag rasend schnell entwickelt. Das ist um so erstaunlicher, als ich ein absoluter Fussballmuffel bin und sonst auch praktisch keine Spiele schaue. Und Emotionen (insbesondere negative) kamen da – wow!
Besser ich erzähle darüber keine Details, nicht alle Emotionen waren salonfähig.
Meine Gedanken reichten von “meine Jungs” (damit meinte ich die Spieler) bis hin zu “wir Deutschen”. Mal war da so etwas wie ein Kameradschaftsgefühl, mal kam ich mir als Feldherr vor, der eine Schlacht beobachtete und bewertete.
HOCHINTERESSANT – und ich weiss nun, wo neue Blockaden auf ihre Auflösung warten!
Frankreich gegen Italien
Als Wahlfranzose war das Anschauen dieses Spiels für meine Studien in jedem Fall wichtig. Wir sind auch gleich in die Höhle des Löwen gegangen, nämlich zum Italiener um die Ecke.
Wow – es war ganz anders.
Mein Herzschlag war durchweg gleichmäßig, ein paar Szenen und Vorfälle regten Emotiönchen in mir, alles in allem war es harmonisch ausgeglichen in mir!
Also:
- das Thema Fussball hat scheinbar sowohl etwas mit dem Bereich Identität als auch etwas mit den eigenen Wurzeln zu tun. Gerade der Bereich Identität scheint mir sehr wichtig, denn offenbar identifizieren sich viele Menschen sehr schnell mit anderen Menschen oder Situationen.
- das Feldherren-Syndrom erkläre ich mir, dass “da unten” ein paar andere einen Aspekt meines Lebens leben, also für mich erfolgreich sind (oder nicht). Allein das Gefühl, durch einen Sieg von anderen sich selbst diesen Sieg zu eigen zu machen (sich damit zu identifizieren) scheint sehr erstrebenswert. Gleichfalls scheint das Gefühl einer Niederlage (obwohl die Spieler verloren haben) manchen Zuschauer stark in die Trauer zu bewegen.
Mein Fazit:
sogar mit dem aufmerksamen Schauen von Fussball kann man Neues und Verborgenes an sich entdecken
Ist halt doch alles ein Spiegel, sogar ein Ball
Feel better!
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2 Kommentare zu diesem Beitrag!

Fussball ist Ersatz für Krieg und ist voller Gewalt.Die Fussballer sind die Schlachtenbummler,auf dem Feld wird ein Spieler nieder gestreckt und vor dem Spiel in der Kabine gibt es einen Schlachtplan und wird der Schlachtruf geschrien. Es gibt fast bei jedem Spiel Verletzte, es hat auch schon Tote gegeben. Auch auf den Tribünen gibt es oft Schlägereien.Und am Schluss gewinnt nicht die bessere Mannschaft, sondern die, die am meisten Geld zur Verfügung hat um teure Spieler zu kaufen. Auf das kann ich heute gut verzichten und ich bleibe innerlich ruhig.
Liebe Grüsse zentao
Ja, manchmal habe ich auch etwas diesen Eindruck – dass da mehr Krieg denn Frieden herrscht.
Seltsam?!