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Die Probleme hatten sich versammelt. Es war still in dem grossen Saal und man sah den Problemen an, dass sie traurig waren.

“Es ist ein wahres Unglück”, sprach das Gesundheitsproblem, “die Menschen mögen uns nicht und beschimpfen uns!”

“Und sie erkennen nicht, wie gut wir für sie sind”, klagte das Geldproblem.

Die anderen Probleme nickten zustimmend.

Da erhob sich das Lebensproblem und sprach:
“Jedes Problem hat eine ganz besondere Aufgabe, nämlich den Menschen etwas wichtiges zu zeigen. Doch bei den Menschen gibt es solche, die sich gerne etwas zeigen lassen und jene, die nur ungerne sehen, was wir ihnen zeigen wollen.
Wenn ihr als Problem noch klein seid, werdet ihr gar nicht beachtet. Die meisten Menschen verdrängen zunächst ein Problem, denn es ist ja noch klein. Erst, wenn ihr grösser werdet, zu einem richtigen Problem werdet, nimmt man Euch wahr. Anstatt, dass die Menschen sich nun freuen, weil wir ihnen etwas zeigen, beschimpfen sie uns!”

“Und das tut sehr weh”, sprach das Beziehungsproblem.

“Ja, ich weiss”, erwiderte das Lebensproblem, “doch es ist nun einmal so! Je größer und prächtiger ihr werdet, desto mehr hasst man euch. Die meisten Menschen beginnen zu resignieren und mit dem Problem zu leben, nur wenige Menschen beginnen zu handeln und das Problem zu betrachten. Wird das Problem betrachtet, so ist dies ist ein sehr schöner Moment für das Problem!”

“Ich habe das noch nie erlebt”, sprach das Gewichtsproblem.

“Gut, dann erzähle ich Euch von einem Menschen, der sein Problem eines Tages betrachtete und sogar über sein Problem sprach”, lächelte das Lebensproblem.
“Nennen wir ihn Frank und Frank sprach eines Tages zu seinem Problem und sagte ihm, dass es ja ein richtig grosses Problem sei. Frank suchte einen Freund auf und erzählte ihm von seinem Problem. Dieser Freund sagte ihm, dass es sich bei dem Problem generell um etwas Gutes handle, um eine Herausforderung, eine Lernaufgabe.
Als das Problem dies hörte, war das Problem ganz stolz, denn es sah, dass es sich seiner Bestimmung näherte.
Franks Freund sagte ihm, dass man ein Problem meistens dadurch lösen könne, dass man es einfach als Hindernis betrachte, das einen zum Einschlagen eines neuen Weges ermutigen möchte. Es sei, als laufe jemand zu lange in die falsche Richtung. Meistens genüge es, seine Sichtweise oder seinen Standpunkt zu ändern und das Problem wäre dann gelöst – aufgelöst.
Der Mensch Frank hörte seinem Freund aufmerksam zu. Der Freund sprach weiter und erzählte, dass ein Problem ja etwas für uns sei, eine Art Hinweis. Denn wäre es gegen uns, dann hiesse es Contrablem. Und das Problem komme zu Beginn ja auch ganz klein daher, so dass wir mit Leichtigkeit eine Änderung vornehmen könnten.
Der Mensch Frank verstand das, war aber gleichwohl wenig begeistert. Sein Freund spürte dies und fragte ihn, ob er zustimmen würde, dass es gut wäre, wenn sich die Menschen entwickeln würden. Frank bejahte dies. Der Freund fragte darauf hin, wie man denn in einer Sache besonders gut würde. Frank antwortete, dass es dazu nur intensives Lernen bräuchte. Der Freund nickte zustimmend und fragte dann, woran man denn erkenne, dass man etwas schliesslich besonders gut gelernt habe.
Frank sagte, dass es dafür während des Lernens normalerweise verschiedene Prüfungen gäbe und anschliessend die alltäglichen Herausforderungen im Umgang mit dem Erlernten dafür da wären. Wieder nickte der Freund und fragte, ob man die Prüfungen und alltäglichen Herausforderungen im weitesten Sinne als Probleme bezeichnen könne. Frank nickte.
Der Freund lächelte und fragte weiter, ob es sein könne, dass kleine Probleme für die kleineren Entwicklungsschritte und grössere Probleme für die grossen Entwicklungsschritte gut sein könnten. Etwas verlegen lächelte Frank und nickte. Dann seien Probleme also auch dazu da, zu zeigen, was man gelernt habe, grinste nun der Freund. Frank nickte wieder.”

“Endlich hat einer mal uns verstanden”, sprach das Ordnungsproblem.

“Ja”, nickte das Lebensproblem, “manche Menschen verstehen es schliesslich, dass wir Probleme dazu da sind, die Menschen in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Und glaubt mir, das Problem von Frank war glücklich, als er schliesslich erkannte, dass sein Problem nichts weiter als ein Test war, um ihn auf den nächsten Entwicklungsschritt vorzubereiten.”

“Wenn es auch nur wenige Menschen sind, die das wahre Wesen eines Problems erkennen, meine lieben Problem-Kollegen, es sei uns Motivation genug, diesen Menschen zu helfen, sich weiter zu entwickeln”, beendete das Lebensproblem seine Rede.

Alle Probleme nickten zustimmend.

Frank Obels

Feel better ;-)



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9 Kommentare to “Die Versammlung der Probleme”

  1. on 13 Aug 2007 at 18:23 Norbert

    Zu mir hat mal ein Freud gesagt, worauf man sein Aufmerksamkeit richtet, das wächst.

    Das hatte ich verstanden. Dann nahm ich meine Aufmersamkeit vom Problem weg…..

    Ich werde berichten, wenn ich erlebt habe, was dann geschieht;-)

  2. on 13 Aug 2007 at 21:56 Ulrike

    Hallo Frank,

    hmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm ….

    Bis vor kurzem hab ich auch so gedacht … ;) und hab mir meine “Herausforderungen” ganz genau angeschaut … sie untersucht, seziert, zurückverfolgt bis zu den vermeintlichen Anfängen … und das hat die Herausforderung größer gemacht … wie Norbert es auch schrieb.

    Die Aufmerksamkeit nun REIN auf die Lösung, auf das Ziel, das ich ansteuer, zu richten … ist total ungewohnt und … hm … irgendwie auch anstrengend (auf der Spur zu bleiben und rein das Ziel im Blick zu haben). Das WIE dem Universum zu überlassen … heftig für den Verstand! :)

    Ein spannendes Experiment, bei dem ich gerne Teilnehmer bin!!! :)

    Fröhliche Grüße aus Düsseldorf, Ulrike

  3. on 13 Aug 2007 at 22:08 menachem

    Schön, etwas so nett zu verpacken. Danke.

  4. on 13 Aug 2007 at 22:14 Frank

    Könnte es einen Unterschied geben zwischen “hinsehen” und “bis ins Detail analysieren”?

    @Norbert: der Satz stimmt so nicht wirklich, oder? Die Energie folgt der Aufmerksamkeit – daraus folgt, dass es viel Aufmerksamkeit braucht, damit es viel wächst.
    Anschauen kann damit nicht gemeint sein, Probleme “wälzen” schon eher.
    Ja oder Ja?

    @Ulrike: Ja, es ist spannend. Aber ein Problem bis zum Anfang zurückzuverfolgen – wow, da hast Du aber ordentlich Energie reingegeben.

    Ich habe es noch “schlimmer” gemacht: mir war das Problem egal, aber die “Symptome” vom Problem, die haben mich beschäftigt. Ziemlich sogar!

    Wie Du sagst Ulrike: spannendes Experiment :-)

  5. on 13 Aug 2007 at 22:25 Ulrike

    Hi Frank,

    ja, ich bin sogar bis in – vermeintlich – frühere Leben gegangen *seufz*

    Nun ja, Erfahrungen … DIE haben uns ja schlau werden lassen :-)

  6. on 14 Aug 2007 at 09:09 Norbert

    Wenn wir ein Projekt haben, wissen wir damit umzugehen,haben wir aber ein Problem wird es schwierig.
    Wo doch Projekt aus dem lateinischen entspring, was soviel bedeutet wie vorwerfen. Etwas hinwerfen zum bearbeiten,
    Problem aus dem altgrieschichen kommt und bedeutet:Das was zur Lösung vorgelegt wurde.

    Wo besteht also der Unterschied, außer, dass das eine bei uns postiv besstzt ist und das andere negativ?

  7. on 15 Aug 2007 at 00:35 Andrea

    Eine wunderschöne Anekdote, vermittelt den wesentlichen Punkt durch eine nette Geschichte. Ein sehr schöner Ansatz, den Menschen das Thema nahe zu bringen.

    Inzwischen habe auch ich begriffen, daß man Probleme als Herausforderungen sehen sollte, an denen wir wachsen – nur manchmal kann es ganz schön lange dauern bis man irgendwann mal begreift (ok, manche begreifen es vielleicht erst im nächsten Leben) wozu das ganze gut war, wenn man etwas Negatives oder Schmerzhaftes erlebt hat.

    Frank, ich finden den ganzen feel-better-blog klasse, gibt einem immer wieder kleine Impulse zwischendurch weiter an sich zu arbeiten, das finde ich sehr erfrischend.

    have a nice day

  8. on 15 Aug 2007 at 08:07 Frank

    Hab vielen Dank Andrea :-)

  9. [...] Frank hat eine schöne Geschichte geschrieben, auf die ich hinweisen möchte. “Die Versammlung der Probleme “. [...]

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